Islands scheidender Premierminister erteilt umstrittene Walfanglizenzen
8. Dezember 2024
Islands scheidender Premierminister erteilt umstrittene Walfanglizenzen
Islands Premierminister und momentaner Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei der geschäftsführenden Regierung, Bjarni Benediktsson, hat trotz großer Ablehnung in Island und seiner familiären Verbindungen zum Walfangunternehmen Hvalur hf., neue Fanglizenzen für die nächsten 5 Jahre vergeben.
Die Lizenzen erlauben es dem Unternehmen Tjaldtangi ehf., bis zu 217 nördliche Zwergwale jährlich zu jagen. Dem Unternehmen Hvalur hf. von Kristján Loftsson, Islands bekanntestem Walfänger, das in den letzten Jahren wiederholt wegen Verstößen gegen den Tierschutz in der Kritik stand, wird erlaubt 161 als gefährdet eingestufte Finnwale in westlichen Gewässern innerhalb Islands AWZ, zwischen Ostgrönland und der isländischen Westküste zu jagen. 48 weitere Tiere dürfen in östlichen Gewässern zwischen Island und den Färöer-Inseln gejagt werden, jedoch liegt dieses Gebiet außerhalb der Jagdreviere des Unternehmens, dass seine Walfangstation Nahe der Hauptstadt Reykjavík betreibt.
Die Nachricht der last-minute Entscheidung des scheidenden Ministers überschattete kurzfristig die laufenden Koalitionsgespräche zur Bildung der nächsten isländischen Regierung, nachdem die konservative Unabhängigkeitspartei unter Benediktssons Führung eine historische Wahlniederlage erlitten hatte.

Beide Walfangschiffe des Unternehmens Hvalur hf. werden aktuell im Alten Hafen von Reykjavík instand gesetzt. Bauarbeiten an der Walfangstation nördlich der Hauptstadt deuten darauf hin, dass eine kritische Überprüfung und Dokumentation durch Meeresschutzorganisationen wie dem Hard To Port e.V. in der Zukunft spürbar erschwert werden könnte.